Zum Überlegen

Willkommenskultur

„Ist unsere Gemeinde gastfreundlich? Wie viele Menschen sind im vergangenen Jahr neu zu uns gestoßen?“ (Erzbischof Christoph Schönborn)
a) In das Gebiet unserer Pfarre?
b) Als Gottesdienst-Mitfeiernde?
c) In unser Pfarrgebiet, auch als Gottesdienst-Mitfeiernde gezogen?


Begriffsklärung

Dass jemand in unser Pfarrgebiet zieht, ist so ziemlich normal und alltäglich. Dass aber jemand neu in unser Pfarrgebiet zieht und darüber hinaus den lebendigen Kontakt zur Gottesdienst-Gemeinde sucht, ist wohl eher selten. Doch dass jemand eine Gottesdienst-Gemeinde sucht, obwohl er oder sie nicht zur (räumlichen) Pfarre gehört, kommt öfters vor.

Wer verdient ein Lächeln oder einen Gruß?

Die Antwort ist ganz einfach: Alle. Alle, die zu uns in die Pfarre kommen, verdienen ein Lächeln bzw. einen freundlichen Gruß. Das muss einfach zur Willkommenskultur in der Erlöserpfarre werden, weil es eine christliche Selbstverständlichkeit ist und die Menschen außerhalb von „Kirche“ es uns nicht vormachen müssen, damit wir es von ihnen abschauen können! Alles andere wäre nicht im Sinne Christi. Denn wie wollen wir Brüder und Schwestern Jesu werden, wenn wir unserem Nächsten nicht einmal ein Minimum an Wohlwollen bzw. Akzeptanz gönnen?


Willkommenskultur lernen

Willkommenskultur lernen ist gar nicht so einfach. Denn so wie die Welt multikulti wird, so wird es auch in unseren Pfarrgemeinden vom „Publikum“ hergesehen, immer gemischter. Damit meine ich, dass überall, und zwar nicht im Rheindorf, Menschen, aus welchen Grün-den auch immer, bei uns den Gottesdienst mitfeiern wollen, Menschen, die nicht zur räumlichen Pfarre, gehören. Doch wie gesagt: jeder Mensch in unserer Kirche oder dem Pfarrcenter verdient ein Lächeln und ist willkommen. Eine Steigerung des Lächelns wäre, sie einmal persönlich kennenlernen zu wollen.

Herausforderungen

„Wir sind wir.“ Dieser Slogan kann demnach nicht das Motto einer Pfarrgemeinde sein, denn es grenzt ab und grenzt aus. Deshalb darf es in der Kirche nur sogenannte „barrierefreie Zonen“ geben, ohne Mauern und Wälle. Eine Frage: warum werden in der Welt Mauern gebaut? Die Antwort ist ganz einfach: um etwas zu schützen, was man für sich haben und nicht teilen will. Und was wollen wir nicht teilen? Die schöne Kirchenmusik, die gut geheizte Kirche,...


Unser Dienst

Unser Dienst ist also, Menschen Beheimatung zu schenken und nicht danach zu fragen, warum sie ihre „Heimat“ verlassen haben. Denn sie werden schon ihre Gründe haben, aber für uns sollten diese keine Rolle spielen. Und so wie Menschen aus anderen Kulturen und Län-dern in unsere Gesellschaft integriert werden müssen, so ist es auch in der Kirche. Menschen, die bei uns regelmäßig vorbeischauen müssen integriert und eingebunden werden. Und das ist gut so und hat seine Berechtigung!
Hier wie dort jedoch muss man unter Umständen über seinen eigenen Schatten springen, dann nämlich, wenn ein Nicht-Rheindörfler die Lesung vorliest oder sonst einen Dienst übernimmt.

Hausaufgaben

Für die Zukunft bleibt folgendes zu tun: nicht gedankenverloren an Menschen vorbeirennen, um dadurch ein Desinteresse zu signalisieren. Ihnen einen Gruß oder ein Lächeln schenken, ihnen begegnen wollen. Dann ist es eigentlich egal, ob mein Nächster von hier oder dort kommt. Der Samariter im Gleichnis vom Barmherzigen Samariter war ja auch ein Fremder! Vielleicht müssen wir uns dieses Gleichnis nochmals zu Gemüte führen.

Pfr. Thomas Sauter